Die seit 1. Januar 2016 gültige Energieeinsparverordnung setzt verschärfte Standards, etwa beim Primärenergiebedarf.

Die Energieeinsparverordnung 2016 (EnEV 2016) ist das Regelwerk, welches Bauherren bei energetischen Sanierungen und Modernisierungen beachten müssen. Es gilt seit Januar 2016 und setzt bautechnische Standards fest, die „energieeffizient“ sind und ab diesem Zeitpunkt umgesetzt werden sollen. Praktisch jedes Bauwerk wird darunter gefasst, wenn es klimatisiert oder beheizt wird. Zusätzlich enthält die Energieeinsparverordnung weitreichende Regelungen zur Wärmedämmung. Die EnEV 2016 ist Nachfolgerin der EnEV 2014. Sie regelt bestimmte Höchstwerte und Standards, die zwar in der EnEV 2014 enthalten waren, aber bis Anfang 2016 übergangsweise außer Kraft gesetzt wurden. Das betrifft vor allem neu errichtete Gebäude.

Für welche Bauvorhaben gelten die Vorschriften der EnEV 2016?

Ob ein Bauherr sich an die Regelungen der EnEV 2016 halten muss, hängt immer vom Einzelfall ab. Sei es, dass ein Bauantrag eingereicht wird oder zunächst nur eine Bauanzeige beim zuständigen Amt erstattet wird. Auch gibt es Fälle, in denen bestimmte Baumaßnahmen gänzlich ohne Genehmigung oder Anzeige beim Amt auskommen.

  • Bauantrag eingereicht: Der Tag, an dem der Bauantrag beim zuständigen Amt eingereicht wird, gilt als Stichtag. Alles, was nach dem 1. Januar 2016 beantragt wurde, unterliegt dann den verschärften Regeln für Neubauten. Anders sieht es bei Außensanierungen aus oder in den Fällen, wo die bisher beheizte oder klimatisierteNutzfläche nur erweitert werden soll. Beziehen sich diese Maßnahmen auf den höheren Standard für neu errichtete Gebäude, gilt auch bei Anträgen nach dem 1. Januar 2016 der vorherige Standardsatz.
  • Bauanzeige erstattet: Identisch mit 1), wobei hier der Tag gilt, an dem die Bauanzeige beim zuständigen Amt erstattet wurde.
  • Nicht genehmigungs- oder anzeigepflichtige Bauvorhaben: Identisch mit 1), allerdings gilt hier der Tag als Stichtag, an dem der Bauherr tatsächlich mit den Baumaßnahmen begonnen hat.

Was änderte sich mit der EnEV2016 konkret?

Die zuvor gültige EnEV 2014 regelte einige Standards, die erst ab 2016 mit verschärften Grenzwerten und dergleichen in Kraft traten. Bei der EnEV 2016 sind alle Bauvorhaben betroffen, die oben beschrieben wurden. Zusätzlich greift diese bei solchen Baumaßnahmen, die zwar beantragt oder angezeigt wurden, worüber jedoch noch nicht „bestandskräftig“ entschieden wurde. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf. Alle neu errichteten Gebäude, die dann entsprechend unter die EnEV 2016 gefasst werden, müssen einen um jeweils 25 Prozent geringeren Jahres-Primärenergiebedarf aufweisen. Darin fließt der Bedarf von Heizung, Warmwasser, Kühlung und Lüftung mit ein. Anders als bei früheren Versionen der EnEV, wird dieser Höchstwert anhand eines „Referenzhauses“ berechnet. Der Bauplaner nimmt dafür gleiche Maße bei Geometrie, Flächennutzung und dergleichen an.

Wärmeschutz mit Höchstwert nach Referenzhaus

Handelt es sich um eine wärmeumfassende Gebäudehülle, so muss der Wärmeschutz nach der EnEV 2016 um etwa 20 Prozent verbessert sein. Gemessen wirdTransmissionswärmeverlust H’T,  also der Verlust der wärmeübertragenden Umfassungsfläche der Gebäudehülle. Auch hier gilt der Höchstwert des jeweiligen Referenzhauses. Außerdem wird nach der EnEV 2014 von verschiedenenWohnhaustypen ausgegangen.

Was ist außerdem neu?

Heizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden, dürfen nicht mehr benutzt werden. Das betrifft alle Geräte, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen arbeiten. Spezielle Ausnahmeregelungen gibt es für Niedertemperatur- sowie Brennwertkessel. Zudem wird das Bandtacho, das im Energieausweis für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a) aufgeführt wird, neu skaliert. Es finden sich dann zusätzlich die Energieeffizienzklassen A+ bis H auf dem Bandtacho.

Kennwerte müssen bei Verkauf angegeben werden

Durch die EnEV 2016 müssen außerdem die jeweiligen energetischen Kennwerte bei Verkauf oder Vermietung in der Anzeige angegeben werden. Sofern der Energieausweisdie Energieeffizienzklasse aufweist, muss auch diese angegeben werden.

Zudem wurde ein Kontrollsystem gestartet, mit welchem Inspektionsberichte von Klimaanlagen überprüft werden. Auch kann es Stichprobenkontrollen fürEnergieausweise geben. Zu guter Letzt sinkt mit der neuen Verordnung der Primärenergiefaktor von Strom auf 1,8.

Falls Sie hierzu Fragen haben sollten, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Wir beraten Sie gerne.

Quelle: Immoscout24.de März 2016