Diese Heizungsarten sind gefragt

Die kommende Neuauflage der Energieeinsparverordnung (EnEV 2012) stellt hohe Ansprüche an Bauherren und Hausbesitzer. Nach der EU-Gebäuderichtlinie sollen Häuser in zehn Jahren fast keine Energie mehr für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung benötigen. Innovative Systeme sind jetzt gefragt.

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Mehr als 20 Prozent aller Neubauten werden bereits effizient mit einer Wärmepumpe beheizt. Viele Hausbesitzer nutzen auch Solarthermieanlagen für die Warmwasserbereitung und erfüllen damit die seit 2009 gesetzlich festgelegte Verpflichtung, zumindest teilweise mit erneuerbaren Energien zu heizen.

Jetzt geht der Trend zur Kombination und Integration beider Systeme, zum Beispiel mit der Solar-Geothermie: Dabei wird eine Solaranlage in den Kreislauf einer Erdwärmepumpe eingebunden und überschüssige Sonnenenergie im Untergrund gespeichert. Dadurch verbraucht die Wärmepumpe weniger Strom für den Antrieb. Biomasseheizungen, vor allem mit Holzpellets betrieben, sind eine weitere Möglichkeit, auf CO2-neutrales Heizen umzusteigen. Neu auf dem Markt sind kompakte Mikrobrenner für Pellets. Diese sind auf den minimalen Wärmebedarf von Niedrigenergie- und Passivhäusern ausgelegt. Hybrid-Kessel sind eine weitere Innovation der Heizungsbranche. Sie können neben Pellets oder Scheitholz auch Getreidestroh und andere Pflanzenreste verbrennen. Das spart wertvolle Holzressourcen. In ländlichen Gegenden sind alternative Brennstoffe teilweise sogar kostenlos erhältlich. Nach der Novellierung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes 2009 gelten für neue Holzheizungen und -öfen verschärfte Anforderungen hinsichtlich des Ausstoßes von Feinstaub und anderer Luftschadstoffe. Eine umweltfreundliche Alternative sind auch emissionsarme Holzvergaserkessel.

Tipp: Achten Sie beim Kauf eines Pelletofens oder eines anderen Biomassebrenners auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“.

Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen

Mit der Entwicklung von Mikro-Blockheizkraftwerken (Mikro-BHKW) ist nun auch im Heizungskeller des Einfamilienhauses eine Energiewende möglich.
Die kompakten Geräte erzeugen über einen meist mit Erdgas betriebenen Verbrennungsmotor elektrische Energie, die Abwärme dient zum Heizen.
Für den Strom erhält der Betreiber vom Energieversorger nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Vergütung von derzeit 5,11 Cent je Kilowattstunde. Noch im Praxistest befinden sich Kleinstkraftwerke, die mit Brennstoffzellen anstatt Verbrennungsmotor arbeiten. Damit wird die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung noch effizienter.

Tipp: Besonders wirtschaftlich ist es, den im Mikro-BHKW erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, statt ihn ins Netz einzuspeisen. So „vermeiden“ Sie nach aktuellem Stand etwa 20 bis 24 Cent Stromkosten pro Kilowattstunde.

Mehr Effizienz auch für den Altbau

Beim Heizungsaustausch entscheiden sich viele Hausbesitzer für einen Wechsel von Öl auf Gas. Eine moderne Gasbrennwertheizung ist in der Regel eine kostengünstige Lösung für eine effizientere Heizung. Für einen Preis von 4.500 bis 6.000 Euro inklusive Solarspeicher bietet sie außerdem die Kombinationsmöglichkeit mit solarer Warmwasserversorgung. Aber auch die Modernisierung einer alten Ölheizung auf eine neue Öl-Brennwertheizung stellt eine preiswerte Alternative dar. Immer mehr Modernisierer interessieren sich ebenso für eine Wärmepumpe. Voraussetzung dafür ist jedoch eine wirksame Wärmedämmung, die im Altbau nachträglich eingebaut werden muss. Nur in einem gut gedämmten Bau kann die Wärmepumpe mit geringem Stromeinsatz ökologisch sinnvoll arbeiten. Den Übergang zur regenerativen Energienutzung im Altbau macht auch die gerade auf dem Markt eingeführte Gaswärmepumpe (bzw. Zeolith-Heizgerät) möglich. Sie kombiniert Gasbrennwerttechnik mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe. Soweit möglich, nutzt das Gerät die kostenfreie Umgebungswärme, die Spitzenlast übernimmt das Brennwertgerät. Das ist die zurzeit wohl effizienteste Form, mit fossiler Energie zu heizen.